Heiße Früchte für kalte Tage

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Chili Rezepte

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Chili, Paprika & Co

Vortrag: Ein feuriger Abend mit Chili, Paprika & Co


Die Referentin führt anschaulich durch die vielfältige Welt der Nachtschattengewächse. Pflegeansprüche, Topkultur, Überwinterung von Paprika, Chili und anderen Nachtschattengewächsen, wie Physalis und Lychitomate. Besonderes Augenmerk liegt auf den unterschiedlichen Sorteneigenschaften, Ernte und Verabeitung von Chilis zu veredelten Ölen, Chutneys, Gewürzsaucen, Chilipasten und Gewürzmischungen. Nutzen Sie auch die Gelegenheit zu Erfahrungsaustausch und Weitergabe von Saatgut!



 
 



Erlebnis Hausgarten - Chili, Paprika & Co

Nachlese zu Vortrag: Feurig, fruchtige Nachtschattengwächse.



Die vielseitige Gattung der Paprika (capsicum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (solanaceae) und viele Namen: Je nach Aussehen oder Geschmack wird umgangssprachlich von Gemüsepaprika, Chilischoten, Pfefferoni, Peperoni oder einfach nur Chili gesprochen.


Es gibt über zwanzig Arten innerhalb der Gattung Capsicum. Davon werden hauptsächlich fünf kultiviert:


1.C. annuum: "einjährig", dazu gehört auch Gemüsepaprika, weltweit am meisten verbreitet

2.C. baccatum: "beerenähnlich", Kennzeichen: grünliche Punkte auf den Blütenblätter

3.C. chinense: aus dieser Gruppe kommen die besonders scharfen Früchte, z.B. Habanero

4.C. frutescens: "strauchartig", die Früchte wachsen aufrecht (z.B. Tabasco)

5.C. pupescens: "behaart", sehr robust, violette Blüten, oft violette Blätter, und Früchte (die meist rot abreifen)


Die Bezeichnung Chili-Schote ist irreführend, da es sich bei den Früchten um Beeren handelt. Die Schärfe wird von dem enthaltenen Capsaicin bestimmt. Die Schärfe von Chilis wird nach der Scoville-Skala klassifiziert. Diese Skala geht von 0 bis 16.000.000 (reines Capsaicin). Die Schärfe variiert von Sorte zu Sorte, aber auch innerhalb der Sorten an verschiedenen Pflanzen.




Die Wirkung von Chili, Paprika & Co


Durch das scharfe Capsaicin wird einerseits ein Schmerzreiz ausgelöst, andererseits werden Endorphine ausgeschüttet, was die Schmerzempfindlichkeit wieder vermindert. Das brennende Gefühl beim Verzehr von Chili kann durch stärkehaltige Nahrungsmittel (Brot, Reis, Nudeln, Kartoffel) gemildert werden. Das Capsaicin löst sich besonders gut in Öl (Chiliöl), Alkohol (Chilischnaps) und Essig (Tabasco).



Äußerlich wirkt Capsaicin durchblutungsfördernd und hautreizend und wird deshalb in Cremes und Salben verwendet. (Verspannungen, Muskelkater, Rheumatische Beschwerden). Bei innerlichen Anwendung wirkt das Capsaicin schweißtreibend, durchblutungsfördernd, kreislaufanregend. Im Gesamtpaket Chili sind viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Die Liste der positiven Wirkung bei regelmäßigen Chiliverzehr ist lang: immunabwehrstärkend, blutdruckregulierend, antibakteriell, blutverdünnend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Der stark anregenden Wirkung werden aphrodisierende Eigenschaften zugeschrieben. Chili befreit die Atemwege bei Husten und Erkältung und wirkt Energiemangel und psychischen Schwächesymptomen entgegen. 



     
     


Chili, Paprika & Co im Garten


Im Jänner/Februar ist die optimale Zeit Chili vorzuziehen.



Im Gemüseregal im Handel gibt es die Möglichkeit verschiedenste Chili-Sorten zu kaufen und zuhause auszuprobieren. Einfach den darin enthaltenen Samen gleich in ein Anzuchtkistchen mit Aussaatsubstrat geben und warm und feucht halten. Gut beschriften! Die Samen keimen bei einer Temperatur zwischen 20 und 35 °C. Optimale Wärme von unter gewährt eine Fußbodenheizung.


Nachdem die Samen gekeimt haben brauchen sie sehr viel Licht,

da sie ansonsten "lange Hälse" bekommen. Sobald sie nach den Keimblättern die ersten ein bis zwei richtigen Blattpaare zugelegt haben, kann man sie pikieren. D.h. man nimmt das kleine Pflänzchen vorsichtig, zwickt ein Drittel der Wurzel ab und setzt es einzeln in einen ca. 10 cm Topf. Beschriftung nicht vergessen!




Nach den Eisheiligen kann die Kultur im Freien weitergeführt werden. Eine Topfkultur bietet den Vorteil, dass die Pflanzen im Herbst für eine Überwinterung bequem ins Haus geholt werden können. Auf eine ausreichende Bewässerung und Nährstoffversorgung ist besonders zu achten!



Chili, Paprika & Co im Winterlager


Manche Pflanzen (auch capsicum annum) sind mehrjährig. Capsicum pupescens hält sogar Temperaturen bis zu 0° aus. Ansonsten sollte es nicht viel kälter als 10 ° sein. In beheizten Räumen können Blattläuse zur Plage werden.


1.mechanische Bekämpfung: Blätter entfernen, Pflanzen mit Wasser oder leichter Seifenlösung abbrausen, Läuse zerdrücken, zurückschneiden.

2.chemisch-biologische Bekämpfung mit handelsüblichen Spritzmitteln

3.biologische Bekämpfung mit Nützlingen sind auch im Wintergarten möglich (z.B. Florfliegen- oder Marienkäferlarven)

4.durchhalten: es gibt immer Pflanzen, die alles überleben


Grundregel: wenn die Pflanzen kühl und dunkel stehen, dann brauchen sie kaum Wasser, bei hellen warmen Standorten ist der Stoffwechsel aktiv, also werden Wasser und Nährstoffe benötigt.



    
    


Chili, Paprika & Co in der Küche


Diese herrlichen Früchte sind vielseitig verwendbar.

Ungarisches Paprikagulasch, Französisches Ratatouille, Mexikanischer Eintopf, Chinesisches Pfannengemüse, Amerikanisches Chili ... weltweit unendlich.


Paprika und Chili können sowohl Hauptbestandteil, Zugabe oder nur Würze sein. Egal ob süß, salzig oder sauer, Chili schwimmt in der Suppe, ist eingerollt im Tortilla, ist eingequetscht im Burger, ist gemixt im Chili con Carne, ist eingebacken in den Cookies, ist angesetzt im Chilischnaps, ist eingeschäumt im Chili-Schoko-Mousse.


Es gibt verschiedene Arten der Haltbarmachung: Trocknen, Einfrieren, Einwecken, Einkochen und Einlegen in Essig oder Öl und Ansetzen mit Alkohol. Die Zugabe von Zitronensäure, Essig, Salz und Zucker beeinflusst sowohl den Geschmack, als auch die Haltbarkeit des Endproduktes.



Theorie: Schimmelpilze lieben es feucht und warm.

Tipp 1: Beim Einlegen in Öl möglichst getrocknete Tomaten und Kräuter verwenden.

Tipp 2: Essig und Zitronensäure hemmen die Vermehrung von Schimmelpilzen.



Der Unterschied zwischen Einlegen/Ansetzen und Einwecken/Einkochen ist die Temperatur bzw. der Kochvorgang.



      
      



Grundrezepte zum Einwecken von Obst und Gemüse


Einwecken in Essigsud:30 min bei 90°C


1/2 l Apfelessig

1/2 l Wasser

1 TL Salz, Gewürze (z.B. Prise Zucker, Senfkörner, Fenchel, Dill, Wacholder, Pfeffer)

Es eignen sich: alle Arten von Gemüse: Gurken, Zucchini, Knoblauch, Karotten, Blumenkohl (blanchiert), Paprika, Kürbis...


Einwecken von Kompott:30 min Beeren/Kirschen bei 80°C, Äpfel/Birnen bei 90°


1 l Zuckerwasser

250 g Zucker

1 TL Zitronensäure

Gewürze nach Belieben (Zimt, Nelken, Thymian, Basilikum, Rosenblüten)

Es eignen sich: Obst und Beeren: Äpfel, Birnen, Kirschen, Chili, Zwetschgen...


Einwecken süß-sauer: 30 min bei 90°C


Essigwasser und Zucker kann gut kombiniert werden,

als Gewürz passt Curry und Chili gut dazu.

Ein feines Rezept: Eingelegte Zucchini (ca. 1 kg) mit Zwiebelringen, Paprika Tricolor, 2 EL Zucker, 1 TL Salz, 1 Packung Curry (30 g sind ca. 3 EL),  1 l Essigwasser. Wer es gerne scharf mag: 2 Chili dazu.


Einwecken in Salzwasser:


1 l Wasser

10 g Salz

für z.B. Karotten, Kohl, Mais, Erbsen

Kohl muss vorher blanchiert werden, Karotten evt. vorkochen. 30-60 min bei 100°C